Auch in Zukunft möchten FEINHEIMISCH Gastronomen und Produzenten ihre Leistungen anbieten können. Durch die Corona-Krise steht dies jedoch auf dem Spiel.

Besonders den Klein- und Kleinstunternehmen des Vereins geht es in diesen Tagen fast nur noch um die Frage des betrieblichen Überlebens.

Und sie sorgen sich um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In dieser prekären Situation hat der Vorstand mit einem “Offenen Brief” einen Appell an Ministerpräsident Daniel Günther gerichtet. Hier das Schreiben im Wortlaut:

Kiel, den 22.3.2020

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Günther,

angesichts der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belastungen durch das sich rasant ausbreitende Covid19 – Virus mussten sich die klein- und mittelständischen Hotel- und Gaststättenbetriebe, aber auch die Lebensmittelproduzenten mit ihren Hofläden und Marktständen von „FEINHEIMISCH – Genuss aus Schleswig-Holstein e.V.“ in den vergangenen Tagen intensiv mit den vorrangigen Belangen zur Absicherung ihrer Betriebe beschäftigen. Dabei ist allen auch die mittelfristige Dimension der vor ihnen liegenden Belastungen klar geworden.

Auf die Frage „Wann klingt die Corona-Krise ab?“ gibt es verständlicher Weise noch keine eindeutige Antwort. Wir gehen jedoch davon aus, dass noch mehrere Wochen finanziell – meist ohne nennenswerte Einnahmen – überbrückt werden müssen. Gleichermaßen gilt unsere Sorge allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die überwiegend in prekäre Situationen zu geraten drohen.

Gerade für das Land Schleswig-Holstein ist der Tourismus-Sektor von höchster wirtschaftlicher Bedeutung. Es gilt also, gemeinsam während der Phase der Corona-Pandemie die touristischen Infrastrukturen in ihrer gesamten Bandbreite funktionsfähig zu erhalten. Wir wollen und müssen für den Zeitpunkt des Endes einer hohen Infektionsgefahr bereitstehen, um sofort wieder in den Volllastbetrieb gehen zu können. In Anbetracht des großen Personalmangels im Hotel- und Gaststättengewerbe müssen wir deshalb auch unseren gesamten Personalbestand über diesen Zeitraum halten können.

Vor diesem Hintergrund wendet sich der Verein „FEINHEIMISCH“ mit dem dringenden Appell an Sie und Ihre Kabinettsmitglieder, die folgenden Wünsche schnell und unbürokratisch zu realisieren:

1. Sofortige Schaffung personeller Kapazitäten bzw. digitale Abwicklung der neuen Kurzarbeiterregelung durch die Bundesagentur für Arbeit und Anhebung der Gelder von 60 auf 80 %.

2. Schnell wirkende, niedrigschwellige und vor allem leicht zugängliche Liquiditätshilfen des Landes für alle betroffenen Betriebe, Anhebung der Haftungsfreistellung für die durchleitenden Banken von aktuell 80 auf 100 Prozent.

3. Alle 450 Euro Jobs müssen erhalten bleiben, damit die Kleinstbetriebe handlungsfähig bleiben – daher müssen diese auch bei der Kurzarbeiterregelung berücksichtigt werden.

4. In dieser Ausnahmesituation muss eine gesetzliche Regelung ohne Übergangsfrist geschaffen werden, wonach die Versicherungen in Regress genommen werden und sich nicht darauf berufen können, dass im Falle einer Seuche/Pandemie eine Betriebsunterbrechung nicht geltend gemacht werden kann.

5. Deutliche Anhebung der Sofortabschreibungsmöglichkeiten für geringwertige Wirtschaftsgüter um Investitionen anzuregen.

Danke für Ihr Verständnis für unser Anliegen und Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Firla
Vorstandsvorsitzender