Kleine Kräuterkunde: Was wächst denn da?

Schleswig-Holsteins Wiesen, Wald- und Wegränder sind ein wahres Paradies für Liebhaber der wilden Kräuterküche. Doch sei beim Sammeln Vorsicht geboten, ähnelt das essbare Kraut zuweilen manch giftigem Verwandten. Ist das richtige Kraut erkannt, kann es in der heimischen Küche verwendet werden. Ob frisch zubereitet, getrocknet oder für die spätere Verwendung konserviert: Wildkräuter sind der Star eines jeden Gerichts.

Der Alptraum eines jeden Gärtners: Giersch

Giersch
So geschädigt sein Ruf auch sein mag, der Geißfuß – so wie der Giersch auch genannt wird – ist ein wahres Wundermittel. Im Juli blüht die bis zu ein Meter große Pflanze weiß. Ab März bis August kann der Giersch hierzulande gesammelt und seine jungen Blätter in Salaten, die älteren zum Kochen in Suppen oder Eintöpfen verwendet werden. Zu erkennen ist er am Petersiliengeruch und seinem dreieckigen Stängel.

Macht lustig: Sauerampfer

Sauerampfer
Der wild wachsende Sauerknöterich erinnert durch seine langen, pfeilförmigen Blätter an Spinat. Die bis zu ein Meter hohe Pflanze gehört zu den klassischen Frühlingskräutern und zählt zum Blattgemüse. Von März bis August kann der Sauerampfer geerntet werden. Durch das säuerliche Aroma des Krauts, das durch Oxalsäure entsteht, kann es in der Küche wie Zitrone oder Essig verwendet werden. Ähnlich wie die Zitrusfrucht enthält der Sauerampfer reichlich Vitamin C.

Blumenschmuck am Wegesrand: Wiesenkerbel

Wiesenkerbel
Im Frühsommer, wenn der Wiesenkerbel in seiner vollen Blüte steht, ziert er mit seinen weißen Blüten zahlreiche Höfe, Wiesen, Böschungen und Wegränder. Die zarten jungen Blätter, Stiele, Blüten sowie Triebspitzen und Knospen können bis in den Juni hinein für Salate, Quark und grüne Smoothies verwendet werden. Ab September dienen die Wurzeln als Gewürz für Gemüse, Geflügel, Reis oder Suppen. Doch Vorsicht: Der gefleckte Schierling sieht dem Wiesenkerbel zum Verwechseln ähnlich, ist aber hochgiftig!

Wilder Bruder: Guter Heinrich

Wilder Heinrich
Ein echtes Geschmackserlebnis ist der Gute Heinrich, auch Wilder Spinat genannt. Während sich die dickeren Stängel und Triebe wie Spargel verwenden lassen, dienen die knospigen Blütenstände als Ersatz für Brokkoli. Die Blätter können wie Spinat, in Salaten, in Suppen und Gemüsefüllungen verwendet werden. Heutzutage gilt der Bestand des Guten Heinrichs als bundesweit gefährdet, er steht in einigen Bundesländern sogar auf der Roten Liste. Im Garten lässt er sich sehr leicht selbst anbauen.

Kraftvolle Heilkraft: Beifuß

Beifuss
Vom Mittelalter bis in die Neuzeit galt der Beifuß als eine der kraftvollsten Heilpflanzen und wurde zur Behandlung zahlreicher Frauenbeschwerden genutzt. Heutzutage kommt das Kraut nur noch selten in der Heilkunde vor und wird durch seine verdauungsfördernde Wirkung als Gewürz von fettigen oder schwer verdaulichen Speisen wie zum Beispiel dem Gänsebraten an Weihnachten genutzt. Die bis zu zwei Meter hohe Pflanze wächst an Wegrändern und Böschungen, sie lässt sich an der dunklen Blattfarbe und den gelb-grünen Blüten erkennen.

And the winner is: Schafgarbe

Schafgarbe
2004 als Heilpflanze des Jahres ausgezeichnet, ist die Schafgarbe bei Mensch und Tier gleichermaßen beliebt. Von März bis August kann man die Blätter, Blüten und Triebe ernten und in Kräutersalzen und -butter, Brotaufstrichen oder Gewürzessig verwenden. Die weißen oder zartrosafarbenen Blüten der mehrjährigen Pflanze, die bis zu 80 Zentimeter hoch wächst, ist auch für Bienen ein wichtiges Ausflugsziel. Durch die krampflösende Wirkung wird die Heilpflanze auch Frauenheilkraut genannt.

Erhältlich sind die hier aufgelisteten Kräuter über den FEINHEIMISCH-Lieferanten Brötzmann KG, der seine feinheimischen Wildkräuter von April bis November von der Gärtnerei Wilde Kost in Blunk bezieht. Je nach Witterung kann sich das Sortiment wöchentlich ändern.