Viele kleine Köche „verfeinern den Brei“

Bilanz des „kulinarischen“ Schulprojekts von FEINHEIMISCH und vom Deutschen Kinderschutzbund – Viertklässler präsentierten die Ergebnisse.

Schönberg, 24. Januar 2011
Wie wird aus Getreide auf dem Feld ein Laib Brot? Das ist eine der Fragen, der die 4. Klassen der Grundschule Schönberg im Oktober und November 2010 auf praxisnahe, spielerische Weise nachgegangen sind. Vier landwirtschaftliche Betriebe haben die Kinder besucht und dabei die kulinarischen Werte der Region für sich entdeckt. Erklärtes Ziel des Kooperationsprojektes des Vereins FEINHEIMISCH – Genuss aus Schleswig-Holstein e. V., des Deutschen Kinderschutzbundes und der Grundschule Schönberg: den Kindern das Bewusstsein für regionale Lebensmittel zu öffnen. „Und das ist uns gelungen“, sagt Schulleiterin Gisela Schneider bei der Präsentation der Ergebnisse am vergangenen Montag.
Bereits um acht Uhr morgens versammelten sich Lehrkräfte, Eltern, Vertreter von FEINHEIMISCH und vom Deutschen Kinderschutzbund, Journalisten und – die Hauptpersonen der Veranstaltung – hundert Schüler in der Mensa der Offenen Ganztagsschule Schönberg. Wissenswertes zum Schauen und Staunen, zum Anfassen und Probieren – die Präsentationen der einzelnen Klassen hatten so wenig mit „trockener Theorie“ zu tun wie die erlebnisreichen Projekttage, die hinter den eifrigen Nachwuchs-Genießern liegen: ein Besuch im Passader Backhaus, auf dem Obsthof Manthey, auf Hof Steffen und in der Hofschlachterei Muhs.

Fünf der Kinder trugen an diesem Morgen Schürze und Kochmütze, denn sie bereiteten unter Anleitung von Küchenchef Oliver Firla für alle eine Quarkspeise mit frisch gekochtem Apfelmus zu. „Wir sind die fünf Köche!“ erklärte der neunjährige Finn und rückte seine Mütze zurecht.
Neben Oliver Firla vom Historischen Gasthaus Haddeby in Busdorf bei Schleswig und den oben genannten Betrieben haben noch andere FEINHEIMISCH-Mitglieder aus dem ganzen Land das Kinderprojekt unterstützt und begleitet: das Landhaus Schulze-Hamann in Blunk und das Wonnemeyer in Wenningstedt auf Sylt.

An den liebevoll gestalteten Schauwänden und den Vorträgen der einzelnen Klassen war nicht nur deutlich zu erkennen, wie viel Wissen den Kindern in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, regionale Produkte und Landwirtschaft vermittelt wurde, sondern auch wie hoch der Spaßfaktor bei praxisorientiertem Lernen ist. „Dieses Projekt ist absolut abgesichert vom Lehrplan, ist durch und durch positiv! Genau so stellen wir uns die ideale Schule vor“, resümierte Gisela Schneider. Und Liv Tümmler, eine der vier Klassenlehrerinnen, unterstrich dies: „Meine Klasse hat die Hofschlachterei Muhs besucht. Erst hatte ich Angst, wie die Küche danach wohl aussehen würde. Und dann meldeten sich die Jungs freiwillig als Putzkolonne… Das war einfach großartig. Ich bin richtig stolz auf meine Schüler! “

Mareike Schulze vom Deutschen Kinderschutzbund überreichte am Ende der Veranstaltung jeder Klasse eine Urkunde. „Wir müssen das unbedingt regelmäßig machen!“ Da waren sich alle einig – Schulleitung, Lehrer und Eltern, die Initiatoren des Projekts und allen voran die Kids, die gerade noch den letzten Rest Apfelmus aus ihrem Schälchen kratzten, bevor es zurück in ihre Klassenräume ging. Das Fazit: Ein Pilotprojekt ist erfolgreich durchgeführt. Und eine Fortsetzung ist seitens aller Beteiligten ebenso erwünscht wie die verstärkte Aufnahme der Themen gesunde Ernährung, regionale Produkte und Wirtschaft in den Lehrplan.

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