Auch die Probstei is(s)t „FEINHEIMISCH“

…aus dem Probsteier Herold,  SCHÖNBERG, Dienstag,  26. Mai 2009

Neues Mitglied

Maximilian Bruhn (rechts), Vorsitzender des Vereins FEINHEIMISCH– Genuss aus Schleswig-Holstein e.V., begrüßt Rainer Muhs als erstes Mitglied aus der Probstei.  Foto Schmidt

Probstei – „FEINHEIMISCH“ – eine Philosophie, die sich mehr und mehr auch in der Region Probstei durchsetzt. „FEINHEIMISCH“ heißt, sich für die Produktion regionaler Lebensmittel einzusetzen, das Wissen darüber weiterzugeben und die Ess- und Kochkultur in Schleswig-Holstein nachhaltig zu fördern. „FEINHEIMISCH“ ist ein Zusammenschluss von Gastronomen, Erzeugern und Verbrauchern, der 2007 nach einem durch das Landwirtschaftsministerium geförderten Pilotprojekt entstand und inzwischen über 170 Mitglieder zählt.

Mit dem Biohof Muhs in Krummbekund der Biobäckerei „Passader Backhaus“ konnte Vorsitzender Maximilian Bruhn die beiden ersten Betriebe aus der Probstei in dem Verbund begrüßen. Im Kreis Plön hat der Verein „FEINHEIMISCH – Genuss aus Schleswig-Holstein e.V.“ bisher etwa eine Handvoll.

Ein weiteres Ziel haben sich die Mitglieder auf die Fahne geschrieben: sie wollen eine Art Gütesiegel für Gäste und Mitglieder schaffen sowie ein Netzwerk für Gastronomen, Lebensmittelproduzenten und Fördereretablieren. FEINHEIMISCH erzeugen bedeutet: umweltverträglich zuproduzieren und den Arten- und Tierschutz mit zu berücksichtigen. FEINHEIMISCH kochen: mit frischen regionalen Qualitäts-Produkten respektvoll umzugehen und auf industrielle Fertigprodukte grundsätzlichzu verzichten.

FEINHEIMISCH-Gastronomenverpflichten sich beispielsweise, mindestens 60 Prozent ihres Wareneinkaufs mit Produkten aus Schleswig-Holstein zu decken. Und FEINHEIMISCH genießen heißt: auf eine bewusste und gesunde Ernährung mitregionalen Lebensmitteln Wert zu legen. Deshalb haben auch Gäste und Kunden die Möglichkeit, Mitglied zu werden. Das funktioniert so: von einem 60-Euro-Jahresbeitrag bekommt das Mitglied sofort 30 zurück, um diese Summe auf dem „Hof des Vertrauens“ umzusetzen. Gerade mal 2,50 Euro im Monat kostet dann die Mitgliedschaft. Für FEINHEIMISCH-Neuling Rainer Muhs lässt sich der Effekt nicht in Geld messen, doch für ihn ist die Idee entscheidend. „FEINHEIMISCH schärft das Bewusstsein für regionale Produkte beim Verbraucher“, so der Landwirt. Seit der Gründung des Vereins im November 2007 ist FEINHEIMISCH zu einer landesweiten Bewegung geworden. Neben den sieben Gründungsmitgliedern engagierenund unterstützen heute über 170 Mitglieder die Initiative – darunter annähernd drei Dutzend Erzeuger und zahlreiche Förder- und private Mitglieder. Zu den derzeit 15 FEINHEIMISCH-Gastronomen zählen auch Spitzenkoch Robert Stolz vom Plöner Restaurant Hotel Stolz und der Zwei-Sterne-Koch Johannes King, der im Söl’ring Hof in Rantum auf Sylt seit langem nach den FEINHEIMISCH-Kriterien kocht. Eine enge Zusammenarbeit gibt es auch mit anderen Organisationen wie der Käsestraße Schleswig-Holstein, Bioland, der Aktion „Offener Garten“, der BARMER Krankenkasse und der TASH (Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH).

Astrid Schmidt